Deckel gesucht…

…für meine ganz eigene Büchse der Pandora.

Photo by Bash Fish on Unsplash

Mir war ja schon klar, dass mit der Therapie etwas in Gang, ja vielleicht auch etwas freigesetzt wird. Dass es schwierig und belastend wird. Dass es mir auch zeitweise beschissener geht, als vorher. Aber gerade frage ich mich echt, ob ich den Deckel nicht wieder draufmachen kann. Ich meine, mein Kopf hatte wahrscheinlich gute Gründe, gewisse Dinge für sich zu behalten. Und vielleicht können die auch einfach da wieder hin verschwinden. Wie soll man sowas heilen? Dann also besser vergessen, oder?

Zumal mein Körper und alles, was irgendwie zu mir gehört, mir deutlich macht, dass ich einfach zu nichts in der Lage bin. In der Therapie kann ich nicht sprechen, zumindest nicht über die eigentlich wichtigen Themen. Ich bin dann einfach stumm. Kann mich nicht bewegen, nichts sagen und auch nicht wirklich denken. Fühle mich auf einmal klitzeklein und will mich einfach nur auflösen oder eingraben oder sterben oder alles zusammen. Außerhalb der Therapie taumel ich nur so vor mich hin. Der Kreislauf macht schlapp und wenn es mit dem Gehen klappt, fühlt es sich so an, als würde ich mit jedem Schritt Stromstöße bekommen.

Wenn ich nicht ganz abtauche, herrscht in meinem Kopf Chaos. Stimmen, Bilder, Gerüche – Jede VR-Technik kann dagegen einpacken. Und auch mega: Mein Körper schafft es, sich monatlich selbst zu triggern! Jedes Mal, wenn ich meine Tage bekomme, geht die Party im Kopf los. Zumindest hier dachte ich, dass die Pille Abhilfe schaffen kann. Also extra zur Frauenärztin geschleppt (mit ganz viel Freude) und Pille verschreiben lassen. Mein Körper aber dachte sich dann wohl „Nä, so einfach kommst du nicht davon. Die scheiß Pille lass mal weg.“ und zack: Pille(n) nicht vertragen und damit auch abgehakt. Als sollte das alles so sein. Soll es wahrscheinlich auch. Ich versteh nur nicht, warum.

8 Antworten auf „Deckel gesucht…

  1. Meine Therapeutin, die nur stabilisierend bei uns arbeitet, bringt auch immer den Spruch „Deckeln sie“. Und nach einer Weile klappt das meiner Erfahrung nach auch wieder. Aber es kann etwas dauern. Ich kann gut Dinge wieder abspalten, habe da ja auch seit frühester Kindheit Übung drin.

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      1. Nach einer Konfrontation hat das bei mir auch mal ein paar Monate gedauert. Naja, wir haben nur stabilisierend gearbeitet. Die Konfrontation fand in einer Klinik statt. Meine Thera war wenig begeistert davon und denkt eher, dass wir nicht bearbeiten sollten, nach den Erfahrungen, die sie mit uns und den Reaktionen machte.
        Wie auch immer, wenn du gut im Abspalten bist, wirst du das auch wieder abspalten, aber es kann halt auch etwas dauern, weil meist passiert das ja unbewusst, weil Mans einfach immer so gemacht hat.

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      2. ja, vermutlich muss ich da einfach durch und darauf vertrauen, dass das bei mir schon irgendwie funktioniert. Das stimmt schon. Hat die Konfrontation bei dir etwas gebracht? (wenn du erzählen magst)

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      3. Ja, nur nicht sofort. Erstmal ging es mir wirklich sehr lange (also mehrere Monate) wirklich schlecht. Aber dann war das, was wir in der Konfrontation bearbeitet hatten, OK, also es löste nicht mehr so einen Stress aus, wenn ich dran dachte. Ich denke also die Konfrontation hat was gebracht oder ich hab’s wieder abgespalten. Glaube aber ersteres. Weil ich kann ja heute dran denken und es ist nicht mehr so schlimm.

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  2. Genau dies, also die Angst vor dem „genauer hinschauen“ und „die Büchse aufmachen“, hindert mich momentan auch dran, eine neue (Trauma-)Therapie zu beginnen. Vielleicht kannst du dir in Erinnerung rufen, warum du damals die Therapie begonnen hast…. ich wünsche dir auf jeden Fall viel Kraft und Mut deinen Weg weiterzugehen

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    1. Vielen Dank! In meinen Versuchen, dem Ganzen aus dem Weg zu gehen, stoße ich tatsächlich immer auf den ursprünglichen Grund, warum ich zur Therapie gegangen bin: Weil mir die (wirksamen) Alternativen ausgegangen sind. Vielleicht ist das nicht der motivierendste Grund, aber, na ja. Aus Mangel an Alternativwegen geht es wohl tatsächlich für mich nur geradeaus – wenn auch mühsam. 🙂

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